Ausgabe Mai 2009



Festliches Kirchenkonzert

Einen festlichen Rahmen bot die barocke Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä. in Rohrdorf für ein Konzert der Musikkapelle zum Ausklang der Osterfeiertage am Weißen Sonntag. Gleichzeitig bildete das Konzert mit Werken aus Renaissance, Barock, Wiener Klassik und Neuzeit den Auftakt für das Jubiläumsjahr 2009/2010, in dem die Musikkapelle ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

Das Konzert unter der Leitung von Michael Morgott war geprägt von einer außergewöhnlichen Häufung vieler Gedenktage an große Musiker, deren großartige Werke „ewig“ aufgeführt werden und zusammen mit ihren Schöpfern zum Motto des Konzertabends beitrugen: Ewige Leben. Dem „Bruckner-Jahr“ 2009 zu dessen 185. Geburtstag galt das ursprünglich als siebenstimmige Motette geschriebene „Ave Maria“, während Richard Strauss’ „Allerseelen“ als Lied für Sopran und Klavier zu Hermann von Gilm zu Roseneggs gleichlautendem Gedicht komponiert wurde. Auch Felix Mendelsohn-Bartholdy, vor 200 Jahren geboren, hat das Werk „Verleih uns Frieden gnädiglich“ ursprünglich als Choralkantate geschrieben, das vom Rohrdorfer Blasorchester gelungen aufgeführt wurde.

Ein erster Höhepunkt gelang dem Solisten Vjeran Jezek mit Joseph Haydn (gestorben 1809) und dessen Konzert Es-Dur für Trompete und Orchester. Es ist das einzige Trompetenkonzert, das Haydn komponierte. Vjeran Jezek ist als freischaffender Musiker und u.a. Lehrer für Trompete bei der Rohrdorfer Kapelle.

Henry Purcell, vor 350 Jahren geboren und damit der „älteste“ unter den Komponisten des Konzerts, komponierte die Schauspielmusiken „Abdelazer“ und „The Double Dealer“, aus denen Albert Loritz eine Suite für Blasorchester zusammengestellt hat. Zum absoluten Höhepunkt des Abends wurde Georg Friedrich Händels „Halleluja“ aus dem Oratorium „Messiah“. Zu diesem festlichen Gotteslob der Musikkapelle trugen die Sängerinnen und Sänger des Rohrdorfer Liederkranzes wesentlich bei, die von Hans Wagner einstudiert wurden.

 


                                                      Ausgabe Mai 2009


 

Riesiger Erfolg der Rohrdorfer Musikanten

Zu den Konzertwertungsspielen des Bezirks Inn-Chiemgau im Musikbund für Ober- und Niederbayern (MON) traten am 16. Mai sieben Musikkapellen im Bürgersaal der Beurer Halle an – und nur eine wurde in der Oberstufe mit dem Prädikat „1. Rang mit Auszeichnung“ gewertet: Die Musikkapelle Rohrdorf unter ihrem Dirigenten Michael Morgott! Ein toller Erfolg, auf den die Musikanten und vor allem ihr musikalischer Leiter mit Recht stolz sein können.

 Im festlich geschmückten Neubeurer Bürgersaal hatte eine erfreulich große Zahl von Zuhörern Platz genommen und natürlich eine dreiköpfige Jury, davon zwei Musik-Professoren aus Innsbruck. Mit äußerster Konzentration – die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können – begannen die Rohrdorfer mit dem Stück Imagasy, einem Tongemälde für symphonisches Blasorchester von Thiemo Kraas. Ein modernes, schnelles Stück, das vor allem mit seinem außergewöhnlich vielseitigen Schlagwerk-Arrangement und häufigem Tempowechsel hohe Anforderungen stellte. Dieses zeitgenössische Werk war als Pflichtstück für die Oberstufe vorgeschrieben.

Als Selbstwahlstück, gewissermaßen die „Kür“ des Wettbewerbs, hatte sich Michael Morgott das 1989 von dem Holländer Jan Van der Roost geschriebene Werk Flashing Winds herausgesucht. Van der Roost gilt als der Komponist für anspruchsvolle moderne Blasmusik schlechthin.
 Anhaltender Applaus des Publikums belohnte zunächst die Aufführung der Rohrdorfer Musikanten. Nach nervenzehrender, zum Glück nur kurzer Wartezeit kam dann die Wertung der Jury: Mit 91 Punkten erhält die Musikkapelle Rohrdorf das Oberstufen-Prädikat „1. Rang mit Auszeichnung“ – herzlichen Glückwunsch!

Ausgabe April 2009





Ausgabe Februar 2010


Ein Museum – zwei Jubiläen

 

Der Verein Holztechnisches Museum Rosenheim feierte sein 30jähriges, das Museum selbst sein 20jähriges Jubiläum – Gemeinsame Jubiläumsfeier am 27. Februar

 

Am 16. Januar 1990 wurde das Holztechnische Museum (HTM) in Rosenheim feierlich eröffnet. Der Träger des Museums, der Verein Holztechnisches Museum Rosenheim e.V. wurde vor etwas mehr als 30 Jahren, bereits am 4. Juli 1979 gegründet. Anlass genug, um auf Geschichte und Bedeutung des Museums einzugehen.

 

Schon 1965, anlässlich der Feierlichkeiten zum 40jährigen Gründungsjubiläums des privaten Holztechnikums in Rosenheim, der späteren Staatlichen Ingenieurschule für Holztechnik, konstituierte sich ein Gründungsausschuss für ein holztechnisches Museum. Treibende Kräfte waren zu diesem Zeitpunkt Dr. Kurt Hempel, der damalige Präsident der DGfH und Dr. Wolfgang Laue, des Sohn des Mitbegründers des Holztechnikums. Der offizielle Gründungsakt des „Vereins Holztechnisches Museum Rosenheim e.V.“ fand jedoch erst im November 1979 statt, zu dem MdL Franz Neubauer für den Freistaat Bayern die Schirmherrschaft übernommen hatte. Als größter Förderer trat der Unternehmer Kurt Reich aus Nürtingen mit einer bis heute wirkenden großzügigen Spende auf. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Toni Fischbacher, Fritz Fonneguth, Josef Meister, Hans Osterfeld, Kurt Reich, Hans Vogt und Wolfgang Zeisel.

 

Suche nach Räumlichkeiten

 

Zum Zeitpunkt der Vereinsgründung hatte sich schon ein großer Fundus an technischen Geräten, Werkzeugen, Maschinen, Modellen, Fachliteratur und technischen Zeichnung angesammelt, den man vorübergehend in der Fachhochschule, zeitweise in Fertiggaragen auf dem Gelände des Lehrinstituts der Holzwirtschaft untergebracht hatte. Mit der Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Michael Stöcker und des Bezirksrats Johann Stöttner konnten im Oktober 1983 im so genannten „Ellmaierhaus“ am Rosenheimer Max-Josefs-Platz 4 gefunden werden. Das denkmalgeschützte Haus – eine seltene Himmelsleiter als einläufige, gerade Treppe zur Verbindung aller Stockwerke ist sein Kernstück – musste restauriert und die kleinen, aus dem Mittelalter stammenden Räume für Museumszwecke verwendbar gemacht werden. Die Kosten dafür trug die Stadt Rosenheim, die sich aus dem Städtebauförderungsprogramm refinanzierte.

 

Idee kontra Museumspraxis

 

War das idealistische Konzept des Vereinsvorstand zur Gestaltung eines Museums durch die Sache – Holz und seine Verwendung – vorgegeben und vom vorhandenen Grundstock an Exponaten geprägt, so hatten Vertreter des Denkmalschutzes einerseits und die „Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen“ andererseits andere Ideen und Vorgaben, die mit Geduld, Beharrlichkeit und überzeugenden Argumenten im Sinne des Holztechnischen Museums „auf einen Nenner“ gebracht werden konnten. So entstand ein Museum, das nicht nur unter Holzfachleuten weltweit als beispielhaft für ähnliche Einrichtungen gilt. Vielmehr wird es auch von der Bevölkerung und von Besuchern Rosenheims gerne besucht und hat als Lernort vor allem durch die speziellen museumspädagogischen Angebote bei Lehrkräften und Schulklassen einen hohen Stellenwert.

 

Der Betrieb eines Museums ging bald weit über die finanziellen und personellen Möglichkeiten des Vereins hinaus. Deshalb suchte man schon zusammen mit den Räumen auch einen Träger des Museums, der die dauerhafte Finanzierung der Einrichtung übernehmen sollte. Im Oktober 1985 gelang es, mit der Stadt Rosenheim und dem Bezirk Oberbayern einen Zweckverband zu gründen, der die Kosten für Miete, Unterhalt, Sachmittel und Personal dauerhaft übernahm. Somit konnte sich der Verein darauf zurückziehen, was er auch heute noch ehrenamtlich einbringt: Idealismus, wissenschaftliche, holzfachliche Beratung und technische Unterstützung. Darüber hinaus sind die Vereinsmitglieder weiterhin mit der Suche nach geeigneten Exponaten beschäftigt sowie mit der Vorbereitung und Durchführung von Sonderausstellungen und Veranstaltungen.

 

Das Museum heute

 

Im Holztechnischen Museum werden heute auf 400 m² Ausstellungsfläche in zwölf Räumen alle Themen rund um’s Holz angesprochen. Vom Rohstoff Holz, seiner Gewinnung und Berbeitung geht es über historische und zeitgenössische Maschinen und Geräte bis hin zum modernen Ingenieurholzbau. Die Fachgruppen sind wie folgt gegliedert:

  1. Holz als Rohstoff, Holzwirtschaft
  2. Holzgewinnung, Holzbearbeitung
  3. Holzbearbeitung, Sägewerkstechnik
  4. Werkzeuge zum Schneiden
  5. Holzverarbeitung, Wagnerei, Schäfflerei, Schreinerei
  6. Maschinen und Fertigungsverfahren
  7. Technische Anlagen
  8. Technische Geräte in Holz
  9. Zimmermanns- und
  10. Ingenieurholzbau
  11. Furniertechnik
  12. Videoraum

Ferner gibt es einen größeren Raum für wechselnde Ausstellungen, Vorträge und andere Veranstaltungen. Seit 1989 werden regelmäßig in Sonderausstellungen technische Spezialgebiete und Besonderheiten vertieft sowie die kunsthandwerkliche und auch die künstlerische Vielfalt des Holzes gezeigt.

 

In seiner 20jährigen Geschichte trugen 41 derartige Sonderausstellungen und eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten zu diesen Ausstellungen oder besonderen Anlässen steigerte das Museum seine Attraktivität besonders. Über 140.000 Besucher haben das Holztechnische Museum Rosenheim bis heute besucht! Viele Namen wären zu erwähnen, um allen jenen zu danken, die den Vereinsgedanken gefasst und geprägt haben, zur Vereinsgründung und -weiterführung beigetragen haben, die die Gestaltung und fachliche Ausstattung des Museums bewirkt haben und es heute leiten. Drei Namen müssen genannt werden: der treibende geistige Vater des Museumsgedankens Fritz Fonneguth und die beiden „Motoren“ des Holztechnischen Museums Arno Kurz und Horst Oster, die die „Erfolgsstory“ des Museums (OB Dr. Michael Stöcker) zu ihrem Lebenswerk gemacht haben.

  

Sonderausstellungen / Aktivitäten

 

Seit 1989 erhöht der Museumsverein die Attraktivität des HTM regelmäßig durch Sonderausstellung und andere Aktivitäten. So fanden statt:

1989      „Unser Wald – unser Holz“

1990      „Das Biegen des Holzes“

1991      „Holz – Natur und Handwerk“ und „Holzfenster“

1992      „Superlative in Holz“ und „Reifendrehen im Erzgebirge“

1993      „Holz Exklusiv“ und „Gestaltetes Holz“

1994      „Das Faltboot aus Rosenheim“ und „Krippen aus Holz“

1995      „Schüler gestalten Holz“ und „Holz und Salz“ und „Holzhandwerk aus Berchtesgaden“

1996      „Vom Steinbeil bis zur Lasertechnik“ und „Rattan und Weide“

1997      „Bäume sind mehr als Holz“ und „Möbel, Skulpturen, Räume“ und „Gestalten mit Holz“

1998      „Holz – ein Baustoff“

1999      „Masken aus Holz“ und „Von Baum zu Baum“ und „Tischbildnisse-Menschenbilder“

2000      Festveranstaltung: 10 Jahre Holztechnisches Museum mit Sonderausstellung „Holztechnik aus Rosenheim“ und „Holzminiaturen aus dem Erzgebirge“

2001      „Holz hat viele Gesichter“ und „Krippenausstellung“

2002      „Seltenes Holzhandwerk“ und „Meisterliche Schnitzkunst aus dem Erzgebirge“

2003      „kommt Holz kommt Rad“ und „Mit Holz zum Wintersport“

2004      „Mit Holz gewachsen – geformt“ und „Weihnachtliches aus Holz gemacht“

2005      „Eiche – Linde, Mythen, Geschichten, Jahrringkunde“

2006      „Xund’s vom Baum“

2007      „Zwischen Arche und Krippe – ungewöhnliche Holzkunst“ und „Hölzer – Töne – Musik“ und „Faszination Holz“

2008      „Papier und Bleistift“ und „Hölzerne Spielzeugwelten“

2009      „Bilder aus Holz – Intarsien, Marketerie“

 

Am 27. Februar 2010 fand im Großen Rathaussaal Rosenheim ein Festakt zum Doppeljubiläum „30 Jahre Verein, 20 Jahre Holztechnisches Museum“ statt. Dazu luden die Oberbürgermeisterin von Rosenheim, Gabriele Bauer, und der Bezirkstagspräsident von Oberbayern, Josef Mederer, für den Zweckverband als Träger des Museums sowie Kurt Franz als Vorstand des Museums-Vereins ein. Anschließend wurde im Museum am Max-Josefs-Platz 4 mit der Sonderausstellung „Impressionen in Holz“ und musikalischer Umrahmung gefeiert.